Flamingo-Experimente in der Camargue

von Dr. Volker Nagel

Anfang Juni ist eine gute Zeit, nach Südfrankreich abzuhauen – ja, dort ist es von den Temperaturen wirklich angenehmer als hier in der Rheinebene und ein frischer Wind geht auch immer. Aber der Zweck der Reise war ja nicht, den 30 Grad plus hier zu entfliehen, sondern um vor allem den Camargue-typischen Tieren das eine oder andere Foto zu entlocken. An erster Stelle steht hier bei vielen, wie auch bei mir, das Wappentier der Camargue, der Flamingo. Von Statur und Farbe ist dieser Vogel fast schon unverwechselbar. Dazu eine Mischung aus Rennen und Fliegen, die schon deutlich an den „Road-Runner“ erinnert – das lädt nicht nur zu klassischen und scharfen Fotos ein, sondern animiert geradezu zur experimentellen Fotografie. Wenn dann vor Ort das Licht auch noch unterstützt, andere Wege zu gehen, sitzt man sehr schnell auf dem Boden und „schießt“ mit Brennweitern zwischen 300 und 800 mm durch enge Lücken im hohen Schilf und stellt manuell „unscharf“ auf den Vogel. Auch Mitzieher bzw. Doppelbelichtungen eignen sich sehr gut und am Ende des Tages sitzt man bei einem guten Schluck Rotwein da und beschäftigt sich halb mit Bilder löschen und halb mit Moskitos verjagen. Sicher hat auch uns die Camargue andere interessante Motive geboten, hier jedoch meine Flamingo-Lieblingsfotos dieser Woche. Ich denke, ich war nicht das letzte Mal in der Camargue.